Corona verändert gerade die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Insbesondere bisher eher traditionelle Branchen und Organisationen wie Banken oder Schulen erleben einen regelrechten Digitalisierungs-Boom. Und diesen Schub gilt es zu nutzen, denn: Für gewisse Branchen wie den Einzelhandel bietet die aktuelle Situation auch grosse Chancen. Zum Beispiel durch Augmented Reality-Erweiterungen im Online-Shop.

E-Commerce, M-Commerce und die Zukunft des Einkaufens

Neben all den Negativmeldungen aus der Wirtschaft, welche täglich auf uns einprasseln, gibt es insbesondere eine Sparte, welche sich nicht über mangelnde Aufmerksamkeit seitens der Kunden beklagen kann: Der Online-Handel.
In Zeiten, in denen wir uns alle wenn immer möglich zu Hause aufhalten sollen macht es natürlich Sinn, unsere Besorgungen mal eben online zu erledigen. Auf dementsprechend lange Zeit sind die verfügbaren Liefer-Slots bei Coop@home sowie LeShop auch ausgebucht.

Doch die wachsenden Umsatz- und Gewinn-Zahlen im Online-Bereich sind keineswegs ein Corona-Symptom sondern Teil einer anhaltenden Verschiebung weg vom stationären Handel. Der Wachstum des E-Commerce-Marktes ist eindrücklich:

Ein immer grösserer Teil dieses Geschäftes entfällt dabei auf Abschlüsse, welche von mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablets getätigt werden. 2016 machte M-Commerce weltweit erstmals mehr als die Hälfte des E-Commerce-Volumens aus. Mittlerweile liegt dieser Anteil bei über zwei Dritteln, Tendenz weiter steigend.

Neben immer besserer Hardware mit grösseren Screens und sich ständig verbessernden Shop-Systemen liegt der Haupt-Vorteil von M-Commerce auf der Hand: Das Smartphone ist immer in der Tasche, Einkäufe können bequem über die bei Apple Pay hinterlegte Kreditkarte zwischen dem Abchecken der aktuellsten Instagram-Stories und dem lesen der Tages-News erledigt werden.

Bei aller Bequemlichkeit: Es gibt weiterhin Bereiche, in denen der stationäre Handel deutliche praktische Vorteile gegenüber dem Online-Handel vorweisen kann. Wenn es beispielsweise darum geht, welche Farbe des neuen Sneakers mir besser steht oder wie gross ein Möbelstück tatsächlich ist, sind dem Kunden am Handy aktuell noch enge Grenzen gesetzt.

Diese “Final Frontier” könnte durch Augmented Reality nun auch noch fallen.

Was ist Augmented Reality?

Augmented Reality ist die Anreicherung der realen Welt mit digitalen Daten. Im Grunde genommen geht es darum, mithilfe eines Devices (Smartphone, Tablet, AR-Brille) Daten wie zum Beispiel 3D-Modelle im Raum anzeigen zu können und so die echte Welt mit der digitalen Welt verschmelzen zu lassen.

Augmented Reality Baustelle

Ein Beispiel aus der Baubranche: Mithilfe von Augmented Reality lassen sich Informationen und Tasks im Raum verorten

Ermöglicht wird dies durch immer bessere Hard- und Software. Tiefen- und Bewegungssensoren an Smartphones und Tablets sorgen dafür, dass diese Flächen wie Böden erkennen sowie ihre relative Bewegung dazu verstehen können. So weiss das Gerät, wo wir etwas platziert haben.

Screenshot aus “Adobe Aero”: Die iPhone-Sensoren erkennen den Boden und platzieren eine Punkte-Ebene, auf welcher die 3D-Daten verankert werden können:

Augmented reality app adobe aero

Wie kann AR im e-Commerce eingesetzt werden?

Für den Online-Handel tun sich so natürlich neue Welten auf. Wenn die Kunden nicht ins Geschäft kommen können oder wollen, gilt es, diese Beziehung umzukehren. Also die Produkte zu den Kunden nach Hause zu bringen.
Online-Grosshändler wie Zalando haben dies längst verstanden und versenden daher ihre Produkte massenweise gratis zum Kunden nach Hause und wieder zurück. Dahinter steckt jedoch ein logistischer und finanzieller Aufwand, den die wenigsten Unternehmen stemmen können.
Also gilt es, einen Weg zu finden, den Kunden ein Produkt zu Hause zum Ausprobieren zur Verfügung zu stellen, ohne es hin- und wieder zurückzusenden. Dies wird dank Augmented Reality spielend leicht möglich.

Zwei Beispiele aus der Praxis:

Die App “WANNA KICKS” lässt dich die neusten Sneakers zu Hause anprobieren und direkt online kaufen:

AR App Wanna Kicks

Ikea brachte ihre AR-App “Place” 2017 auf den Markt und sorgte dafür, dass das Thema AR im Online-Handel breite Aufmerksamkeit gewann:

ROI von AR im Webshop?

Natürlich ist jede Funktionserweiterung des Webshops oder der Website mit einem initialen Aufwand verbunden. Diesen gilt es im Idealfall wieder zu amortisieren durch Mehreinnahmen.

Noch ist die Technologie zu wenig lange auf dem Markt, als dass sich exakte Aussagen treffen liessen. Erste Untersuchungen zum Thema sind jedoch sehr vielversprechend.

Quelle: otto.de

Bleiben wir doch gleich beim Beispiel Möbel. Gemäss der Wohnstudie des Deutschen Möbelhauses Otto ist “Wie sieht das aus?” das wichtigste Kriterium beim Möbelkauf. Als zweitwichtigstes Kriterium folgt die Funktionalität. Oder in der Mischform:

“Wie sieht das bei mir zu Hause aus und wie passt dies in mein bestehendes Einrichtungskonzept?”

Untersuchungen der Universität Luzern zeigen ausserdem, dass die Konsumenten für ein Produkt, welches sie in AR betrachten können, mehr Geld auszugeben bereit sind als für traditionell präsentierte Produkte. Zudem sinkt die Hürde für einen Abschluss, wodurch sich der Effekt zusätzlich verstärkt.

Zum selben Schluss kommt eine Studie von invespCRO, welche bei 40% der User den Willen feststellen konnte, einen höheren Preis für ein Produkt auszugeben, welches sie zuvor in Augmented Reality betrachten konnten.

m-commerce und augmented reality statistik

Hier gehts zur gesamten Infografik

Ebenfalls sehr interessante Zahlen zeigt ein Blick in die Konsumentengruppe, welche AR bisher am stärksten nutzt: Eine Untersuchung von ARtillery zeigt auf, dass Nutzer zwischen 25 und 44 Jahren mit hohem Einkommen besonders häufig AR-Anwendungen nutzen. Dies ist genau jene Zielgruppe, welche auch für Marketer und Shop-Besitzer besonders interessant ist:

Quelle: ARtillry

Augmented Reality ohne App?

Die oben genannten Beispiele zeigen, was für Unternehmen bereits möglich ist. Bisher wurde für die Implementierung jedoch immer eine App benötigt. Bei allen Vorteilen, die eine App mit sich bringt, gibt es jedoch auch ein paar Hürden. Gerade auf Konsumenten-Seite ist der Aufwand doch deutlich höher, eine App herunterzuladen als per Mobile Browser im Webshop zu stöbern.

Für all die Unternehmen, welche noch vor einer eigenen App zurückschrecken, gibt es gute Neuigkeiten: Seit Kurzem ist die AR-Technologie nämlich auch im Web verfügbar. Das heisst, dass auch kleine und mittelgrosse Online-Shops die Möglichkeit haben, ihre Produkte per Augmented Reality den Kunden zur Verfügung zu stellen. Mit den heutigen Möglichkeiten ist es sogar ein Leichtes, den User vom Desktop aufs Smartphone und damit in die AR-Anwendung weiterzuleiten.

Wie diese User Journey aussieht, wird in unserem Video gut ersichtlich:

Hier geht es zu unserem Test-Shop.

AR und M-Commerce: Das Power-Duo der nächsten Jahre

Zusammenfassend lässt sich folgendes festhalten:

  • Der Online-Handel per Smartphone wächst rapide
  • Dank einem “technology push” ist auch Augmented Reality star auf dem Vormarsch
  • Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass AR im M-Commerce ein starker Umsatz-Treiber sein wird
  • Dank Web-AR ist die Technologie auch für kleinere und mittelgrosse Unternehmen finanzierbar

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