Meine Reise bei Bitforge – wo Code auf Kreativität trifft

Ein Beitrag von Christoph Haas

Als ich mein Praktikum bei der Bitforge AG in Zürich begann, hatte ich nur von Flutter gehört, aber noch nie damit gearbeitet. Ich wusste nicht, wohin mich diese Reise führen würde und dass sie meinen Blick auf Softwareentwicklung, Teamarbeit und sogar mich selbst verändern würde.

Team Bitforge steht im grossen Teamworkspace um den Tisch herum und hält ein Standup-Meeting ab

Beginn meines Praktikums

Ich kam als ICT-Fachmann in Ausbildung, mit Erfahrung im Support und im Kundenberatung, aber mit einem tief verwurzelten Wunsch, endlich selbst kreativ zu coden. Schon nach den ersten Tagen bei Bitforge merkte ich: Hier kann ich über den Tellerrand hinausdenken. Hier geht es nicht nur um reinen Code, sondern um Visionen.

Meine erste Flutter App

Von Beginn an durfte ich an einer App-Idee mitarbeiten, die mein Denken auf ein ganz neues Level brachte. So entstand meine erste richtige Flutter-App, die ich “Eyerise” nannte. Die vorliegende App dient der Erinnerung an die Notwendigkeit von Regenerationsphasen für die Augen, um einer Überlastung entgegenzuwirken. Ich konnte meine Kreativität entfalten wie noch nie zuvor. Jeder kleine Fortschritt im Code war für mich wie ein Pinselstrich auf einer leeren Leinwand.

Eyerise begleitet Nutzerinnen und Nutzer in kurzen, geführten Pausen weg vom Bildschirm. Nach dem Start der App wählt man zuerst eine Session, die zur aktuellen Situation passt. Von aktiven Augenübungen bis zu ruhigen Audio-Guides für mehr Entspannung. Im Fokus steht der 20‑20‑20‑Timer, der in regelmässigen Abständen daran erinnert, den Blick bewusst in die Ferne schweifen zu lassen. Ergänzend dazu gibt es Blinzel-Übungen, Tension-Release-Sessions gegen verspannte Augen und Kopfregionen sowie einen Gaze-Shift-Flow, der den Blick sanft in Bewegung bringt und viele weitere in Zukunft. Viele Inhalte sind offline verfügbar, damit Pausen jederzeit möglich sind – unabhängig davon, wo man gerade ist.

So funktioniert Eyerise: Augenpausen, die nicht stören, sondern unterstützen (in Entwicklung)

Ein inspirierendes Umfeld

Diese Arbeit war nicht nur technisch spannend, sondern auch menschlich bereichernd. Als neurodivergente Person mit Autismus war ich Anfangs unsicher, wie gut ich mich in ein neues Team integrieren würde. Doch Bitforge überraschte mich im positivsten Sinne: Ich fand ein Umfeld, das ruhig, respektvoll und offen ist. Ein Ort, an dem ich einfach ich selbst sein konnte. Die Kolleginnen und Kollegen begegneten mir mit Verständnis, Geduld und echtem Interesse. Ich durfte in meinem Tempo lernen und meinen Fokus auf Präzision, Struktur und Logik einbringen.

Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre in diesem kleinen, eingespielten Team. Trotz der überschaubaren Grösse strahlt Bitforge etwas aus, das ich in grösseren Betrieben selbst erlebt habe: Frieden, Klarheit und gegenseitige Unterstützung. Kein lautes Büro, kein unnötiger Druck, sondern es arbeiten dort Menschen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft ausüben. In dieser Ruhe fand ich meine Inspiration, meine Motivation und das Gefühl wirklich dazuzugehören.

Rückblick auf einen Schritt nach vorne

Ich habe in dieser Zeit nicht nur programmiert, sondern auch meinen Horizont erweitert. Ich habe gelernt besser Out-of-the-Box zu denken, meine Gedanken kritisch zu reflektieren, aber auch zu vertrauen, dass meine persönliche Entwicklung als Entwickler einen wertvollen Beitrag leistet, selbst wenn sie manchmal unkonventionell verläuft.

Wenn ich auf die Zeit zurückblicke, die ich bei Bitforge verbracht habe, dann kann ich sagen, dass sie einen neuen Abschnitt in meiner persönlichen Geschichte markiert. Ich ging mit einer Mischung aus Neugier und Unsicherheit und am Ende ging ich mit einer klareren Sicht auf die Dinge, neuen Ideen und dem Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Softwareentwicklung womöglich nicht nur das Schreiben von Code umfasst, sondern vielmehr das Schaffen von Möglichkeiten. Manchmal hilft es, einen Schritt zurückzutreten und sich bewusst zu machen, mit welchen Menschen, Ideen und Möglichkeiten man bereits arbeitet. Ein kleiner, friedlicher Ort ist manchmal der beste Platz ist, um Grosses in Bewegung zu setzen.

Autor: Christoph Haas